Künstler im Portrait - Susanne Steffen

Liebe Susanne, freut mich, dass du Zeit hast und dich auf ein Interview mit narteo einlässt. Wir möchten mit narteo Künstler aus der Region vorstellen und erfahren, wie sie den Zugang zur Kunst gefunden haben, was Kunst für Sie bedeutet und welche persönlichen Pläne und Ziele sie noch mit der Kunst verfolgen.
narteo: Kannst du uns kurz erzählen, wer du bist und wie du zur Kunst gekommen bist?
Ich bin Susanne, 33 Jahre alt und seit Mitte letzten Jahres stolze "Neu-Trostbergerin".
Kunst finde ich ist in meinem Fall ein sehr großes Wort. Ich bin eher durch meine Mama zum Malen und Zeichnen gekommen. Schon im Kindergartenalter durfte ich ab und an bei ihren Bildern "mitmalen". Das war meistens mit den Buntstiften von Faber-Castell. So lernte ich sehr viel über das Schraffieren und Abzeichnen. Wie ich glaube bei jedem Mädchen, waren das in dem Alter natürlich überwiegend Pferde. Mal auch andere Tiere, aber schon überwiegend Pferde. - lach -
narteo: Gab es einen Moment oder eine Erfahrung in deiner Kindheit oder Jugend, die dich besonders geprägt hat?
An ein bestimmtes Ereignis oder einen Moment kann ich mich im Bezug auf Kunst nicht erinnern. Meist war das "Malen" für mich eher eine Art Rückzugsmöglichkeit, da ich zu dieser Zeit sehr introvertiert war. Damals konnte ich mich für Bleistiftzeichnungen begeistern. Sehr schwarze oder graue Bilder. Das hat sich im Laufe der Jahre geändert.
narteo: Hattest du jemanden, der dich in deiner künstlerischen Entwicklung unterstützt oder inspiriert hat – oder warst du eher der rebellische Typ, der alles selbst herausfinden musste?
Sehr unterstützt oder eher gefördert und gefordert hat mich meine Mutter. Sie war schon eine gute Kritikerin. Aber im Großen und Ganzen würde ich schon eher sagen, dass ich Dinge gerne selbst herausfinde und mir aneigne. Nur so findet man zu seinem eigenen Stil, oder etwa nicht? Ich hatte auch Glück mit meinem Umfeld. Mein damaliger Fahrlehrer, zum Beispiel, hatte einmal im Monat für uns "junge" Leute die Möglichkeit gegeben, mit Öl- Farben zu malen. Wir konnten uns bei seinem Freund im Restaurant treffen. Meistens hatte unser Fahrlehrer noch eine Pizza spendiert. Die Leinwände und Farben konnten wir kostenlos nutzen. Das war eine schöne Zeit.
narteo: Wie würdest du in einem Satz beschreiben, was Kunst für dich bedeutet?
Eine Möglichkeit die Hektik der Welt für einen Moment zu vergessen.
narteo: Wenn man deine Werke betrachtet, was sollen die Menschen fühlen oder denken – gibt es eine Botschaft, die immer mitschwingt?
Tatsächlich nicht. - grinst etwas - Meistens versuche ich, bei mir selbst zu bleiben und mich von Themen leiten oder ablenken zu lassen, vom "Prozess" malen. Wenn es dabei in der Betrachtung eine Emotion auslöst, empfinde ich das als einen "Bonus".
narteo: Gibt es ein Lieblingsmaterial oder eine Technik, bei der du dich besonders zuhause fühlst?

In der Aquarellmalerei fühle ich mich schon sehr zu Hause. Vor allem, wenn ich die Konturen mit einem Fineliner nachziehen kann und dabei ins Detail gehe, gefällt mir das sehr. Aber ich liebe auch das Experimentelle und probiere gerne neue Materialien aus. Darunter war auch mal Speckstein. Mal schauen, was als Nächstes kommt...
narteo: Manche Künstler sagen, ihre Werke „machen sich selbst“ – würdest du das auch so sehen oder ist bei dir alles geplant?
Teils, teils. Die meisten plane ich oder habe bereits ein bestimmtes Bild vor Augen, das ich umsetzen möchte. Während des Malens entstehen dann allerdings noch andere Elemente und Strukturen, die einfach "währenddessen" passieren. Dieser Teil macht am meisten Spaß.
narteo: Gibt es eine lustige oder skurrile Geschichte aus deiner Zeit als Künstler, die du uns erzählen möchtest?
Fällt mir gerade nichts Bestimmtes ein. Aber ich hatte sehr viele schöne Momente mit tollen Menschen in den gemeinsamen Kunstausstellungen. Diese Erfahrung möchte ich nicht missen.
narteo: Was machst du, wenn du in einer kreativen Sackgasse steckst?
Erstmal verfalle ich in Panik. Kreativität tanke ich wieder auf, indem ich Sport mache, in der Natur unterwegs bin, oder Ausstellungen besuche um mich wieder inspirieren zu lassen. Die letzte Ausstellung war die MUCA in München zum Thema Street-Art. Die hat mir sehr gut gefallen.
narteo: Welche Projekte oder Ideen stehen als nächstes bei dir an?

Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es wird toll! Ich möchte mich mit neuen Materialien ausprobieren, auch haptisch. Gerne auch einmal eine Installation wagen. Ein Herzensprojekt von mir ist die Planung einer Urban-Art-Ausstellung in der Region. Urban Art ist für mich alles, was industriell und städtisch aufgegriffen werden kann. Vielleicht auch etwas schwerere Themen wie Soziales, Umwelt und Kritisches. Ich finde, dieses Thema gibt die Möglichkeit, sich kreativ auszuleben und sich neu zu erfinden.
narteo: Gibt es einen Traum oder ein Ziel, das du als Künstler unbedingt noch erreichen willst?
Eine stetige Möglichkeit zu bieten, durch Kunst in den Austausch zu kommen. Ich würde gerne mit der Kunst dauerhaft die Gelegenheit schaffen, in persönlichen Austausch und Begegnungen mit tollen Menschen zu kommen.
narteo: Gibt es einen Tipp oder eine kleine Weisheit, die du anderen Künstlern mitgeben würdest – vielleicht sogar mit einem Augenzwinkern?
Wer aufgrund seiner Meinung sich fragt, ob seine Bilder es wert sind, ausgestellt zu werden, dem möchte ich Folgendes auf den Weg geben: Ja, sind sie!
narteo: Vielen Dank Susanne für deine Zeit. Wir wünschen Dir alles Gute für deine weiteren Projekte.