Im Portrait - Sozialraum Trostberg

narteo: Liebe Evi, liebe Ninja, könnt ihr euch bitte kurz vorstellen? Wer seid ihr und was motiviert euch persönlich, euch im Sozialraum zu engagieren?

Wir freuen uns sehr, im Auftrag des Jugendamtes gemeinsam den SozialRaum Trostberg leiten zu dürfen.

Uns motiviert vor allem der Gedanke, frühzeitig zu helfen und gemeinsam Lösungen zu finden, bevor Probleme größer werden. Im Sozialraum erleben wir jeden Tag, wie wichtig persönliche Begegnung und unkomplizierte Unterstützung sind. Wenn Menschen merken, dass sie nicht allein sind und es vor Ort Ansprechpartner gibt, entsteht Vertrauen – und oft auch neue Perspektiven.

narteo: Für die Leserinnen und Leser, die den Sozialraum Trostberg noch nicht kennen: Wie würdet ihr ihn beschreiben?

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Der Sozialraum Trostberg ist eine offene Anlaufstelle für Menschen in Trostberg und der Region. Neben einem breiten Beratungsangebot für unterschiedliche Lebenslagen – von der Hebammenambulanz bis zum Pflegestützpunkt, zu Themen wie Erziehung, Sucht oder seelische Gesundheit – gibt es zahlreiche offene Angebote in unseren einladenden Räumen, von der Krabbelgruppe bis zur Formularwerkstatt.

narteo: Gab es eine Veranstaltung im Sozialraum, die euch persönlich besonders in Erinnerung geblieben ist?

Besonders schön sind für uns Veranstaltungen, bei denen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären. Das monatliche „Café Pustekuchen“, initiiert von der Schülerinnengruppe der AWO-Schulkinderbetreuung, ist dafür ein wunderbares Beispiel. Die Kinder backen gemeinsam Kuchen – teilweise sogar unterstützt von unseren „Nachbarn“, den Seniorinnen und Senioren des Pur-Vital-Pflegeheims. Zum Café kommen dann ganz unterschiedliche Menschen aus der Bevölkerung zusammen. Es ist wirklich schön zu sehen, wie sich Jung und Alt ganz selbstverständlich begegnen und miteinander ins Gespräch kommen.

narteo: Wie würde sich aus eurer Sicht eine Gesellschaft verändern, wenn es an jedem Ort auf der Welt einen Sozialraum gäbe?

Wir glauben, dass vor allem das Gefühl von Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung wachsen würde. Wenn Menschen Orte haben, an denen sie frühzeitig Hilfe finden oder einfach anderen begegnen können – ganz ohne Konsumzwang oder hohe Teilnahmegebühren – entstehen Vertrauen und Zusammenhalt. Viele Probleme lassen sich leichter lösen, wenn sie früh angesprochen werden oder gar nicht erst entstehen. Sozialräume schaffen genau dafür Möglichkeiten: Sie bringen Menschen zusammen, stärken Netzwerke und fördern das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.

narteo: Viele unserer Leserinnen und Leser sind Künstlerinnen, Künstler oder Kulturschaffende. Welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit seht ihr zwischen ihnen und dem Sozialraum – und welche Chancen ergeben sich daraus für beide Seiten?

Uns war es von Anfang an wichtig, dass Kunst und Kultur ihren Platz in diesen wunderbar restaurierten denkmalgeschützten Räumen finden – als Teil einer lebendigen Gemeinschaft. Deshalb sind wir kurz nach der Eröffnung aktiv auf den neu gegründeten Künstlerstammtisch Trostberg zugegangen und freuen uns sehr, dass dieser nun regelmäßig bei uns stattfindet. Dass die Gruppe bereits nach so kurzer Zeit eine so beeindruckende Ausstellung zum Thema „Die Zeit“ mit vielen Mitwirkenden und Besucherinnen und Besuchern auf die Beine gestellt hat, war großartig.

Wenn zukünftig noch weitere Ideen rund um Kunst und Kultur entstehen, kann man gerne auf uns zukommen – gemeinsam schauen wir dann, was gut zum Konzept unseres Hauses passt.

narteo: Welche neuen Formate, Veranstaltungen oder Angebote würdet ihr euch persönlich im Sozialraum noch wünschen?

Für die Zukunft wünschen wir uns vor allem regelmäßige Kreativangebote für Kinder und Jugendliche in unseren Räumen. Damit möchten wir jungen Menschen einen Ort bieten, an dem sie kreativ werden, sich ausprobieren und gemeinsam gestalten können. Wir sind zuversichtlich, dass wir dafür Schritt für Schritt passende Kooperationspartner gewinnen.

narteo: Wenn der Sozialraum über unbegrenzte finanzielle Mittel verfügen würde: Welches Projekt würdet ihr als Erstes starten?

Wir freuen uns sehr, dass bereits jetzt einige Angebote dank ehrenamtlicher Unterstützung sowie Spenden- und Fördermitteln kostenfrei stattfinden können. Wenn finanzielle Mittel keine Rolle spielen würden, würden wir dieses Angebot deutlich ausbauen – etwa durch Konzerte, Kunst- und Kreativangebote, Bastelwerkstätten oder Musikunterricht. Viele kulturelle Angebote sind oft nur für Menschen zugänglich, die sich diese leisten können. Unser Wunsch wäre es, solche Möglichkeiten im Sozialraum wirklich für alle zugänglich zu machen.

narteo: Auf welche Veranstaltungen im Sozialraum Trostberg dürfen sich unsere Leserinnen und Leser in diesem Jahr noch besonders freuen?

Neben unseren regelmäßigen Angeboten wie dem Häkelcafé, dem Café Pustekuchen oder gemeinsamen Koch- und Essprojekten entstehen bei uns immer wieder auch ganz spontane Begegnungen. Oft sind es gar nicht die großen geplanten Aktionen, sondern genau diese zufälligen Momente, die den Sozialraum besonders machen. Was das Jahr darüber hinaus noch bringt, wird sich zeigen – spannend bleibt es auf jeden Fall.

narteo: Liebe Evi, liebe Ninja, vielen Dank für eure Zeit. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und tolle Begegnungen im Sozialraum.